Verband der Diätassistenten
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VDD-Newsletter Oktober 2026

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser des VDD-Newsletters,

es ist derzeit viel in Bewegung in der Gesundheitspolitik mit der Pflegestrukturreform, dem Pflegeneuordnungsgesetz, das am 30. September vom Kabinett beschlossen wurde, der Reform der Notfallversorgung oder auch den Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkassen, die jetzt wohl nicht steigen. Bei den meisten Reformvorhaben geht es um Geld – viele Verbesserungsvorschläge liegen seit Langem auf dem Tisch. Gut, wenn jetzt Entscheidungen folgen. Und gut, wenn die Patientensicherheit und die Prävention mehr ins Zentrum der Politik rücken. „Die beste Gesundheitspolitik lässt Krankheiten gar nicht erst entstehen“, so Minister Linnemann. Das ist die Messlatte.

Lesen Sie in diesem Newsletter, wie sich der VDD mit Stellungnahmen, Kommentaren und Kooperationen in die fachliche und politische Diskussion einbringt. Das Thema Mangelernährung bekommt im November durch die Malnutrition Awareness Week wieder große Aufmerksamkeit. Gerne vormerken und beteiligen!

Und natürlich gibt es wieder eine Reihe interessanter Servicethemen für Mitglieder.

Herzliche Grüße
Ihr VDD

 

Das sind unsere Themen

 
 
 
 

VDD-Berufsfeldanalyse: Teilnahme verlängert!

Die Berufsfeldanalyse geht in die Verlängerung – Ihre Perspektive zählt!

Wo und wie arbeiten Diätassistenten heute? Welche Aufgaben prägen unseren Berufsalltag, welche Kompetenzen sind gefragt und was hat sich seit 2020 verändert?

Ob Klinik, Reha, Praxis, Prävention, Wissenschaft und Lehre, Verpflegungsmanagement oder Industrie: Die Berufsfeldanalyse macht sichtbar, wie vielfältig unser Beruf ist, und sie schafft eine wichtige Datengrundlage für seine weitere fachliche und berufspolitische Entwicklung. An der letzten Erhebung beteiligten sich mehr als 1.250 Diätassistentinnen und Diätassistenten.

Jetzt ist es Zeit für ein Update!

Deshalb verlängern wir die Teilnahme bis zum 31.10.2026.

► Ausdrücklich sind nicht nur VDD-Mitglieder, sondern alle Diätassistenten und Diätassistentinnen aufgerufen, sich einzubringen. Bitte leiten Sie gerne den QR-Code oder den Link zur Umfrage an Ihr Netzwerk weiter und rühren Sie die Werbetrommel bei Kolleginnen und Kollegen auch anderer Verbände.

Die Teilnahme dauert ca. 10-15 Minuten, ist freiwillig und anonym.

Hier geht es zur Teilnahme.

Bitte nehmen Sie nur einmal an der Befragung teil. Und wenn Sie bereits mitgemacht haben: Herzlichen Dank! Dann helfen Sie uns jetzt besonders, indem Sie den Aufruf weitergeben.

Je mehr von uns mitmachen, desto vollständiger wird das Bild unseres Berufs.

 
 

Mangelernährung bekämpfen:
Malnutrition Awareness Week 2026

Vom 9. bis 13. November 2026 findet – bereits zum vierten Mal – die Malnutrition Awareness Week (MAW) statt, eine europaweite Aktionswoche, die sich dem Thema der krankheitsbedingten Mangelernährung und ihren negativen Folgen widmet und Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema schaffen soll.

Mangelernährung ist ein großer Risikofaktor für den Fortgang einer Krankheit bzw. die Genesung von Patienten. Sie ist verbunden mit einer höherer Morbidität und Mortalität bei akuten Erkrankungen, nach chirurgischen Traumata oder im spontanen Krankheitsverlauf chronischer Erkrankungen, mit verzögerter Rekonvaleszenz, längerer Krankenhausverweildauer und deutlich erhöhten klinischen Behandlungskosten.

Unter dem Dach der europäischen ONCA – Initiative (Optimal Nutritional Care for All) gibt es im Rahmen der MAW auch in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen, um die Öffentlichkeit über die Risiken einer krankheitsbedingten Mangelernährung aufzuklären und Strategien zur Verbesserung der Ernährungsversorgung vorzustellen.

Auf der Website zur MAW finden Fachkräfte aus Medizin, Ernährungstherapie und Pflege umfassende Informationen. Hier können Sie bis zum 30. Oktober auch weiterführende Materialien (Print) bestellen. Zum Download stehen der Patientenflyer und verschiedene Factsheets zum Thema Mangelernährung unbefristet zur Verfügung.

► Unterstützen Sie die MAW mit einer Aktion in Ihrer Klinik, Reha oder Pflegeeinrichtung!

 
 

VDD-Mitarbeit bei DIN-Norm zum
ISO-Standard Mangelernährung

Der DIN-Normenausschuss Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte (NAL) befasst sich mit der Umsetzung des ISO-Standards, um Prävention, Erkennung und Behandlung von Mangelernährung in Krankenhäusern zu standardisieren und diese weltweite Norm anhand des kanadischen Vorbilds hierzulande zu etablieren.

In diesem Sommer hat sich der VDD auch an der Kommentierung des ISO-Standards ISO/CD 25815 „Nutrition – Malnutrition Prevention, Detection and Treatment“ beteiligt. Für den VDD sind Lars Selig und Isabel Storek im DIN-Ausschuss vertreten.

Die zweite Kommentierungsrunde wurde kürzlich abgeschlossen und die erarbeiteten DIN-Kommentare bei ISO eingereicht. Insgesamt wurden allein aus Deutschland 140 Kommentare eingereicht, vom ISO-Gremium integriert und die noch offenen Punkte besprochen.

Jetzt startet die 3. Kommentierungsphase, welche im Dezember abgeschlossen sein wird. Der Prozess geht auch 2027 weiter, so wie ISO in seinen Standards fordert.
 

Künftig nur noch digital: Das Fachkonzept zur eVerordnung befindet sich in der abschließenden Phase. Der VDD will den Zugang für alle Diätassistenten erreichen. Bildquelle: business/pixabay.

 

Kommentierung zum Fachkonzept der eVerordnung (eVO) der gematik abgeschlossen

In diesem Herbst endet die Kommentierungsphase zur eVO: Seit fast einem Jahr hatten sich hierfür alle Heilmittelverbände, KBV, GKV, BMG und viele weitere Stakeholder in zweiwöchigen Treffen mit der Integration der eVerordnung in die TI-Systemlandschaft der gematik beschäftigt.

Das vorliegende Fachkonzept wurde nun von allen Beteiligten erneut überprüft und letztmalig zur Kommentierung gestellt. Für den VDD nahm Isabel Storek an den Sitzungen teil, die Entscheidungen zur finalen Abstimmung wurden gemeinsam im VDD-Präsidium getroffen.

Anfang November tagt das gematik-Gremium hierzu wieder: In dieser Sitzung soll das Konzept finalisiert werden, damit neben dem eRezept auch die eVerordnung (Überweisung zur Mitbehandlung) in der TI möglich werden kann.

Zur Zeit erfüllen diejenigen Kolleginnen, die das Heilmittel Ernährungstherapie vertreten, bereits die Voraussetzungen, an die TI angebunden zu werden. Sie erhalten den eHBA (elektronischer Heilberufeausweis) und die SMCB-Karte(elektronischer Praxis-bzw. Institutionsnachweis). Beide Karten zusammen ermöglichen den technischen Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit der entsprechenden Software. Damit sind diese Kolleginnen bereits an die stufenweise Einbindung an die TI-Infrastruktur eingebunden, sie gibt es ja praktisch bereits jetzt „auf Rezept“.

Nach Abschluss der Einbindung aller Heilmittelerbringer in die TI-Infrastruktur sollen in einer zweiten Runde weitere bisher nicht berücksichtigte Leistungen in die eVO aufgenommen werden. Dies betrifft für Diätassistenten vor allem die individuelle Ernährungstherapie. Der Erhalt des eHBA ist für unsere Berufsgruppe als anerkannter Heilberuf unproblematisch und bereits möglich, die Ausstellung der SMCB-Karte für Leistungen außerhalb der Heilmittel-VO ist für alle Gesundheitsberufe noch nicht geregelt. Der VDD hat bereits während der Gespräche auf deren notwendige Einbeziehung hingewiesen und setzt sich dafür ein, dass alle Diätassistenten nicht nur mit dem eHBA, sondern auch mit der SMCB-Karte registriert werden können.

Die Umstellung auf rein digitale Prozesse muss dazu führen, dass auch Freiberufler mit den Ärzten kommunizieren können, wenn es um Berichte, Befunde oder eben auch die ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung geht.

Tipp: Zu Hintergründen, Entwicklung und Möglichkeiten der TI lesen Sie gerne den Fachbeitrag „Was tut sich in der Telematik-Infrastruktur?“ von Uta Köpcke (VDD Past President) in unserem Mitgliedermagazin D + I 5.2025, Seite 30 ff.

 

Bildquelle: Screen VDD/L. Richard

 

LEKuP-Update 2026

Die Aktualisierung des Leitfadens für Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP) wurde gemeinsam mit den beteiligten Berufs- und Fachverbänden (DGE, BDEM, VDOE, DAEM, DAG, DGEM) abgestimmt, ist abgeschlossen und soll noch Ende des Jahres veröffentlicht werden. 
Der VDD hat seine Expertise in gewohnter Form durch das starke Engagement seiner aktiven Gremienmitglieder miteingebracht. Wir bedanken uns bei Anja Constien, Marleen Meteling-Eeken, Dennis Papanouskas, Claudia Paul, Lars Selig und Isabel Storek für ihre Zeit, das geballte diätetische Fachwissen und ihren Blick auf die Praxis.

 
Quelle: VDD/I. Storek
 

Gemeinsam für starke Gesundheitsberufe!

Der erste Oktobertag wurde in Berlin für einen sehr konstruktiven Austausch des Netzwerks BiG (Berufe im Gesundheitswesen) mit ver.di genutzt: Damit wurden die Gespräche zwischen den Beteiligten erfreulicherweise fortgeführt. Für den VDD nahm Vizepräsidentin Isabel Storek teil.

Die Themen spiegelten sowohl die aktuelle politische Lage, als auch die spezifischen Anliegen der Gesundheits- und Therapieberufe – von der Personalbemessung in den Kliniken und den anstehenden Gesetzesvorhaben bis hin zu Reformen und Umstrukturierungen.

Das Netzwerk BiG betonte hierbei insbesondere die Bedeutung der Novellierung der Berufsgesetze inkl. der (Teil-)Akademisierung und die nötige Änderung der Entgeltordnung, um die Therapieberufe im öffentlichen Dienst zu stärken. Beide Seiten stellten daneben den selbstverständlichen demokratischen Grundgedanken und die Abgrenzung zu populistischen Parteien heraus.

Das Netzwerk BiG will die Perspektive der Therapieberufe in die Diskussionen einbringen und setzt sich gemeinsam mit ver.di dafür ein, dass diese Berufe auch in Zukunft die Wertschätzung und Rahmenbedingungen bekommen, die sie verdienen.

Mit Blick auf die kommenden Tarifverhandlungen ist für uns klar: Fachlicher Input aus der Praxis gehört mit an den Verhandlungstisch! Denn Gesundheitsversorgung funktioniert nicht von allein – und gute Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe fallen leider auch nicht vom Himmel.

 

„Können wir es uns leisten, uns Qualität nicht zu leisten?“ Das fragte ein Fachkongress der Deutschen Krebsgesellschaft. Bildquelle: VDD/I. Flöhrmann

 

Brennpunkt Onkologie –
Qualität als Leitstern für Reformen

Auf Einladung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) fand am 22. September in Berlin eine Diskussionsveranstaltung statt, die sich im Kernpunkt mit der Frage beschäftigte „Qualität oder Kosten- müssen wir uns entscheiden?“. Geladen waren Katja Kohfeld (BMG), Dr. Marin Krasney (GKV-Spitzenverband), Dr. Malina Müller (WifOR-Institut) und Prof. Dr. Armin Grau (MdB, Bündnis 90/Grüne), um gemeinsam mit Dr. Konstanze Blatt (Generalsekretärin der Deutschen Krebsgesellschaft) zu diskutieren.

Was festzuhalten bleibt:

  • Die Prävention hat großes Potenzial und muss deutlich mehr Beachtung finden. Um dieses Potenzial zu heben, ist mehr Vernetzung notwendig; nur Qualität ermöglicht durch patientenzentrierte Versorgung und klare wissenschaftliche Evidenz letztlich eine bessere Versorgung.
  • Müller zeigte in einem sehr aufschlussreichen Vortrag die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Krankheit. Sie betonte, dass Defizite in der Versorgung langfristig zu mehr Kosten auch außerhalb des Gesundheitssystems führen.
  • VDD-Präsidentin Iris Flöhrmann wies darauf hin, dass im Rahmen der Prävention und Primärversorgung noch zu einseitig auf Ärzteschaft und Pflege geschaut wird und das große Potenzial der Gesundheitsberufe längst nicht ausgeschöpft wird.
    Gerade Diätassistenten arbeiten in vielen verschiedenen Einsatzgebieten im Bereich Prävention und Therapie zum Thema Ernährung; dessen Bedeutung für die gesundheitliche Situation wird zwar erkannt, aber noch zu wenig berücksichtigt.
 

Bildquelle: Matthias Boekel/pixabay

 

Krebsprävention: Gesunder Lebensstil zahlt sich aus

Eine große, aktuelle Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) unterstreicht jetzt erneut die Bedeutung eines gesunden Lebensstils für ein besonders breites Spektrum von Krebsarten, auch in Bezug zu mehreren selteneren und bislang weniger untersuchten Tumorarten. Die Studie liefert wichtige Argumente für Ernährungsinterventionen und die fachliche Begleitung von Krebspatienten.

Die DKFZ-Arbeitsgruppe wertete die Daten von 287.745 Personen der britischen UK Biobank aus, die zu Beginn der Untersuchung nicht an Krebs erkrankt waren. Während einer medianen Beobachtungszeit von 11,5 Jahren entwickelten 12.947 Menschen Krebs.

Zur Beurteilung des Lebensstils wurden verschiedene Risikofaktoren (Rauchverhalten, Alkoholkonsum, Ernährung, körperliche Aktivität, Körpergewicht) berücksichtigt und ein Lebensstil-Score berechnet.

Es zeigte sich, dass Menschen mit hohem Lebensstil-Score (4-5 Punkte) ein um 29 % geringeres Risiko hatten, im Beobachtungszeitraum an Krebs zu erkranken, als Menschen mit niedrigem Score (0-1 Punkt). Bei 13 der 27 untersuchten Krebsarten zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem gesünderen Lebensstil und einem geringeren Erkrankungsrisiko. Dazu gehörten u.a. Lungen-, Darm-, Magen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Blasenkrebs sowie postmenopausaler Brustkrebs. Auch für seltenere Krebsarten, wie Weichteilsarkome, konnte ein Zusammenhang festgestellt werden.

„Die Stärke der aktuellen Arbeit liegt darin, dass sie bestehende Erkenntnisse innerhalb einer sehr großen Studienpopulation umfassend und einheitlich bestätigt“, so Studienleiter Prof. Dr. Michael Hoffmeister, Heidelberg, in einer Pressemitteilung.
 
 

Reminder: Round Table Klinik am 17. November

Wenn Sie im Verpflegungsmanagement in Klinik, Reha oder Pflege arbeiten, Interesse an einem Austausch auf Expertenebene haben, Ideen teilen, Projekte voranbringen und Qualität und die Bedeutung Ihrer Arbeit stärken möchten, dann sind Sie bei unserem neuesten Round Table genau richtig. Wir laden herzlich dazu ein!

Der erste gemeinsame Round Table des Netzwerks Verpflegungsmanagement findet am 17. November 2026 von 18.30 bis 19.30 Uhr statt.

Der Round Table bietet viel Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung – und für die brennenden Themen des Fachgebietes.

Jetzt anmelden und mitgestalten! Den Zugang erhalten Sie über den QR-Code oben.

Wir freuen uns auf einen spannenden gemeinsamen Austausch!

 
 

Kurzmeldungen für VDD-Mitglieder

► Online-Befragung: Ernährungstherapeutische Betreuung bei Anorexia nervosa

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Diätetik an der Hochschule Fulda führt unsere Kollegin und VDD-Mitglied Nele Rotzoll derzeit eine Online-Befragung unter qualifizierten Ernährungsfachkräften in Deutschland durch.

Die Befragung soll Einblicke in die Praxis, Erfahrungen und Rahmenbedingungen von Ernährungsfachkräften in der ernährungstherapeutischen Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Anorexia nervosa geben.

Die Umfrage dauert ca. 10 Minuten und ist vollständig anonym. Wir freuen uns, wenn Sie sie unterstützen und ggf. auch innerhalb Ihres Netzwerks weiterleiten.

Hier gelangen Sie zur Umfrage. Fragen dazu beantworten Frau Prof. Dr. Stefanie Biehl und Frau Rotzoll

► Ernährungsinterventionen zahlen sich aus

Die schlechte Nahrungsaufnahme wird heute als vorherrschender modifizierbarer Risikofaktor für nicht übertragbare chronische Krankheiten (NCDs) anerkannt, der jährlich 41 Millionen Todesfälle ausmacht (71% aller weltweiten Todesfälle), und das mit einer erheblichen wirtschaftlichen Relevanz. Diesem Problem ließe sich durch gezielte Ernährungsinterventionen begegnen.

Doch was sind die ökonomischen Vorteile von Ernährungsinterventionen in der ambulanten Versorgung? Das war bisher kaum nachweisbar. Eine systematische Übersicht und Metaanalyse von RCTs in Nutrition Reviews zeigt jetzt, dass die Kosten-Effektivität von Ernährungsinterventionen zur Prävention und Behandlung von nicht-übertragbaren Krankheiten, die von Diätassistent*innen/qualifizierten Ernährungsfachkräften durchgeführt wurden, beträchtlich ist.

Demnach erfordern Interventionen zwar oft erste Investitionen aus den Gesundheitssystemen, sie führen aber langfristig aus gesellschaftlicher Sicht zu Kosteneinsparungen. Die Autoren leiten daraus wichtige Folgerungen für die Politik und die effiziente Zuweisung von Ressourcen im Gesundheitswesen ab, insbesondere weil die Gesundheitssysteme weltweit zunehmend unter Druck stehen.

Quelle: Wosser C, Apergi K, O'Reilly S. Health Economics of Primary Care Nutrition Interventions: a Systematic Review and Meta-Analysis. Nutr Rev 2026. DOI: 10.1093/nutrit/nuag051.

► Aktualisierte Leitlinie zur Aknetherapie: Ernährung erstmals berücksichtigt

Die aktualisierte S2k-Leitlinie„Therapie der Akne“ der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) enthält erstmals ein eigenes Kapitel zu Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln. Darin werden ernährungsbezogene Maßnahmen als ergänzender Baustein der Aknetherapie eingeordnet.

Im Fokus stehen individuelle Triggerfaktoren und eine ausreichende Nährstoffversorgung. Hinweise aus Studien sprechen dafür, dass eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index entzündliche Hautveränderungen reduzieren kann. Als mögliche Auslöser werden hochverarbeitete Lebensmittel, raffinierte Kohlenhydrate sowie Milch- und Molkenproteinprodukte genannt. Empfohlen wird eine mediterrane Ernährungsweise mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Obst, Nüssen, Saaten und Fisch.

Eine Zinksupplementierung wird bedingt empfohlen. Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D können ergänzend erwogen werden, die Evidenzlage ist jedoch begrenzt. Ernährungsmaßnahmen sollen eine ärztlich verordnete Therapie unterstützen, nicht ersetzen.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V.: S2k-Leitlinie Therapie der Akne

► Berufsalltag: KI verändert Berufe stärker als sie sie ersetzt

Die Sorge, dass Künstliche Intelligenz (KI) viele Arbeitsplätze verdrängen wird, ist bei vielen groß. Aktuelle Analysen zeichnen oft ein anderes Bild: Demnach führt KI nicht primär zu Jobverlusten, sondern verändert Tätigkeiten, Arbeitsabläufe und die Anforderungen an Beschäftigte. Entscheidend wird künftig sein, über die richtigen Kompetenzen zu verfügen und sich kontinuierlich weiterzubilden.

Der VDD hat daher eine neue D + I in Vorbereitung mit dem Fokusthema „Digitalisierung“. Sie wird im Januar erscheinen, also gerne schon jetzt vormerken.

Auch sind Befürchtungen groß, dass es durch die Nutzung von digitalen Tools in der Beratung zu einer „Abgreife von Informationen“ kommt. Die beste Vorbeugung ist, sich selbst digital fit zu machen und Prozesse zu hinterfragen.

Fakt ist: An der digitalen Durchdringung des Berufsalltags geht kein Weg vorbei. Und das bietet auch zahlreiche Chancen für die Berufstätigen:

  • Die Nachfrage in den meisten Berufsfeldern wächst trotz wachsender KI-Nutzung. Besonders gefragt sind sogenannte „Hybrid-Skills“: die Kombination aus beruflicher Expertise und digitaler Kompetenz.
  • Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der Technologie selbst als im Mangel an qualifizierten Fachkräften. In vielen Branchen übersteigt die Nachfrage nach Mitarbeitenden mit KI-bezogenen Kompetenzen bereits deutlich das vorhandene Angebot. Weiterbildung und lebenslanges Lernen gewinnen damit weiter an Bedeutung. Der VDD arbeitet an gezielten Angeboten für seine Mitglieder.
  • Auch im klinischen Ernährungsmanagement wird KI zunehmend relevant. Ob bei der Auswertung von Ernährungsprotokollen, der Analyse großer Datenmengen, der Unterstützung bei Dokumentationsprozessen oder künftig bei personalisierten Ernährungsempfehlungen: KI wird den Berufsalltag verändern. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologien auseinanderzusetzen und entsprechende Kompetenzen aufzubauen.

Quelle: Haufe Online Redaktion:„Warum KI keine Jobs vernichtet – sondern den Wettbewerb um Skills verschärft“, veröffentlicht am 19.08.2026. Grundlage des Beitrags ist der Report„AI is reshaping work, not destroying it“ von Cornerstone OnDemand. Zusammenfassung: VDD/van Vlodrop

► DGE-Wissenschaftspreis – jetzt für den Max Rubner-Preis 2027 bewerben!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. schreibt zum 18. Mal den Max Rubner-Preis aus. Der Preis richtet sich an den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Ernährung.

Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Untersuchungen, die Fragestellungen der Prävention ernährungsmitbedingter Krankheiten oder der Ernährungstherapie untersuchen, die Lösungsansätze für praxisnahe Probleme bieten und innovativ bezüglich der Fragestellung und des methodischen Ansatzes der Untersuchung sind.

Der Preis ist mit 5 000 EUR dotiert und wird zum 64. Wissenschaftlichen Kongress der DGE vom 02.–04. März 2027 in Kassel verliehen. Bewerbungen müssen bis zum 1. Dezember eingeschickt werden. Bewerben können sich Ernährungswissenschaftler*innen, Mediziner*innen mit Ernährungsbezug oder Wissenschaftler*innen aus angrenzenden Gebieten der Ernährungswissenschaft

Hier geht es zum Bewerbungsportal.

 
 

Fortbildung im Blick behalten!

Sie möchten Ihre Kenntnisse erweitern und weiterführende Qualifikationen erwerben? Entdecken Sie die aktuellen Zertifikatskurse, Seminare und Veranstaltungen des VDD!

Hier ist die aktuelle Fortbildungsübersicht des VDD     

► Online-Seminare

  • Train-the-Trainer Enährungsberatung: 01.02.2027 (Praxisseminar)
  • Ernährung im Schichtdienst (einzeln buchbar): 13.11.2026 (Schlafgesunde Ernährung), 22.01.2027 (Ernährung im Schichtdienst)
  • Motivational Interviewing (MI) in der Ernährungstherapie (einzeln buchbar): 15.10.2026 (Aufbauseminar), 29.10.2026 (Praxisseminar)
  • Dünndarmfehlbesiedlung SIBO in der Ernährungstherapie (einzeln buchbar), 20.10.2026 (SIBO Teil 1), 10.11.2026 (SIBO Teil 2), 01.12.2026 (SIBO Teil 3), 12.01.2026 (SIBO Teil 4)
  • Rheuma und Ernährung: 22.10.2026
  • Ernährung im Sport (einzeln buchbar): 24.10.2026 (Teil 1), 14.11.2026 (Teil 2), 05.12.2026 (Teil 3)
  • Onkologie - Keine Angst vor der Beratung: 25.11.2026

► Präsenz-Seminare    

  • Basisseminar für die Ernährungstherapie für Menschen mit Essstörungen, 22. + 23.01.2027

► Zertifikatskurse        

  • Allgemeine Pädiatrie: Block 1 (Präsenz): 15.-17.10.2026, Block 2 (online): November 2026 - Januar 2027, 7 Termine jeweils an einem Donnerstag um 17:30, Block 3 (Präsenz): 11.-13.02.2027
  • Adipositastherapie: Block 1 (Präsenz): 10.-12.12.2026, Block 2 (Präsenz): 11.-13.02.2027, Block 3 (Präsenz): 15.-17.04.2027

Vorschau Z-Kurse 2027, die genauen Termine werden noch bekannt gegeben:

  • Künstliche Ernährungstherapie: 1. Jahreshälfte 2027
  • Psychiatrische Ernährungstherapie: 1. Jahreshälfte 2027
  • Angeborene Stoffwechselkrankheiten: November 2027

Auf unserer Terminseite finden Sie alle wichtigen Fort- und Weiterbildungsangebote – stets aktuell und übersichtlich. In allen Fragen zum Fortbildungangebot ist Anke Lehmkuhl in der VDD-Geschäftsstelle Ihre Ansprechpartnerin.

 
 

Ausgewählte Veranstaltungen

Round Table Klinik am 17. November

Veranstalter:

Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e.V. (VDD) und RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. (GEK)

Erster gemeinsamer Round Table des Netzwerks Verpflegungsmanagement: Wenn Sie im Verpflegungsmanagement in Klinik, Reha oder Pflege arbeiten, Interesse an einem Austausch auf Expertenebene haben, Ideen teilen, Projekte voranbringen und Qualität und die Bedeutung Ihrer Arbeit stärken möchten, dann sind Sie bei unserem neuesten Round Table genau richtig. Wir laden herzlich dazu ein!

Hier gelangen Sie zur Anmeldung.

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17. November 2026 von 18.30 bis 19.30 Uhr
Online

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30. Heidelberger Ernährungsforum

Ernährungsumgebungen Part II – Strukturen, Versorgung, Räume

Veranstalter: Dr. Rainer Wild-Stiftung, Heidelberg

Anlässlich des 30. Jubiläums knüpft die diesjährige Ausgabe an das 26. Heidelberger Ernährungsforum 2022 an und stellt die Strukturen und die Handelnden in den Mittelpunkt, die Ernährungsumgebungen prägen und gestalten. Aktueller Forschungsstand, gesellschaftliche Entwicklungen und praktische Perspektiven werden hierbei zusammengeführt.

Die Anmeldemöglichkeit und Informationen zum Programm finden Sie hier.

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3./4. November 2026
Dr. Rainer Wild-Stiftung, Mittelgewannweg 10,
69123 Heidelberg (Präsenzveranstaltung)

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Kontakt

 

VDD Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e.V. Susannastr. 13 - 45136 Essen www.vdd.de

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+49 201 - 94 68 53 70

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+49 201 - 94 68 53 80

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